Pressemitteilung

Le quotidien Allemand  : Oberhessische Zeitung – le 17 juin 2015

Oberhessische Zeitung

Aus Liebe zum Land und zur Sprache

Austauch kinder exchangeROMROD/FONTAINEBLEAU Romrod/Fontainebleau (hek). Zunächst waren es Urlaubsreisen, jetzt es ihre Heimat geworden: Die Romröderin Johanna Lachmund lebt nun in Frankreich und hat dort ihre Liebe gefunden. Damit Jugendliche aus Frankreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern die Gelegenheit bekommen, anderer Länder kennenzulernen, engagiert sie sich für den französischen Verein « Kinder Exchange ». Der organisiert den Austausch von Kindern und Jugendlichen in Partnerfamilien im Ausland. Ein Austausch, der immer auf Gegenseitigkeit beruhe, wie sie im Redaktionsgespräch erklärt.

Die inzwischen 29-Jährige hat als Jugendliche selbst positive Erfahrungen im Ausland gesammelt. Als sie mit 16 Französisch als Leistungskurs an der Albert-Schweitzer-Schule wählte, entstand bei ihr Interesse, die Sprache im Ausland zu vertiefen. « Das Interesse am Austausch ist auch durch die Städtepartnerschaft von Romrod mit La Coquille entstanden », erzählt sie. Auch wenn sie bei den eigentlichen Austauschfahrten nie dabei gewesen sei, habe sie einen Brief an den damaligen Romröder Bürgermeister Rudi Marek geschrieben, mit der Bitte um Hilfe. Marek habe das Schreiben an seinen französischen Amtskollegen weitergeleitet, und so sein der Kontakt zu zwei Familien zustande gekommen. Bei beiden blieb sie im Sommer 2003 jeweils für drei Wochen und freut sich, dass der Kontakt zu beiden Familien noch heute bestehe. « So wurde mein Interesse an dem Austausch geweckt. » Ein Interesse, das bestehen blieb. Nach ihrem Abitur 2005 ging sie als Au-pair nach La Rochelle. In einer Familie betreute sie dort drei Kinder, eine Familie, die sie bei einer Hochzeit kennengelernt hat. « Das war alles rein privat organisiert », erinnert sie sich und auch hier bestehen die Kontakte noch immer.

Und auch während ihrer Studienzeit in Mainz blieb die Bindung nach Frankreich und das Interesse an Kontakten bestehen. Einerseits aufgrund ihres Wahlpflichtfaches Französisch, andererseits aber auch durch ihre Arbeit als studentische Hilfskraft im Erasmusbüro. Als Co-Koordinatorin betreute sie dabei Studenten, die aus dem Ausland kommend in Mainz studieren wollten oder half Mainzer Kommilitonen bei den Vorbereitungen für Auslandssemester.

Nach ihrem Diplom 2012 zog es Lachmund wieder nach Frankreich. Zunächst für sechs Monate, dann, nach einem halben Jahr zurück in der Heimat, fand sie für ein Jahr Arbeit in Paris. Inzwischen hat sie sich selbstständig gemacht, dabei aber die Verbindung zu grenzüberschreitenden Beziehungen nicht aufgegeben. « Ich helfe Jung- und Kleinunternehmer, die Servicedienstleistungen im Ausland anbieten wollen », erzählt sie. Und sie engagiert sich bei Kinder Exchange, dem ersten Verein in Frankreich, der es Familien ermöglicht, Kinder und Jugendliche für einen Austausch ins Ausland zu schicken. Ursprüngliche wurde der Verein von Laure Colombier gegründet, die eine englischsprachige Austauschfamilie für ihren Sohn suchte. Aus der eigentlichen Idee, einen Austausch zwischen Frankreich und England zu ermöglichen, ist inzwischen ein viel größeres Netz geworden. « Eltern und Kinder haben Interesse an immer neuen Ländern angemeldet », erläutert Lachmund. Und so stehen neben Italien, Spanien und Deutschland bald auch die USA auf dem Programm des Vereins. Aber immer nach der Maßgabe der Gegenseitigkeit. « Wir suchen Familien, deren Kinder auch an einem Gegenbesuch interessiert sind, denn dann sind die Eltern um die Gastkinder bemühter », berichtet sie aus Erfahrungen. Und so ist sie derzeit in Deutschland auf der Suche nach Familien, die Interesse an einem solchen Besuch haben, und die sorgfältig ausgewählt werden. « Wir sind dafür verantwortlich, dass die Gastgeber vertrauenswürdig sind », schildert Lachmund die Hauptaufgabe des Vereins. « Über die Hälfte der Interessenten in Frankreich sind Jungs, die nach Deutschland wollen », meint sie. Voraussetzung dabei seine Sprachkenntnisse von ein bis zwei Jahren Schulunterricht, schließlich leben die Jugendlichen alleine in den Gastfamilien. Dann seien die Grundlagen gelegt, damit sich auch sie der Faszination Frankreichs erliegen können.

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